Online-Lernen für Schulen – warum digitales Lernen nichts mit klassischem Unterricht zu tun hat

Online-Lernen für Schulen – warum digitales Lernen nichts mit klassischem Unterricht zu tun hat

Aufgrund von Corona und der damit verbundenen Kontaktsperre sind viele Schulen in den vergangenen Wochen dazu übergegangen, ihre Schüler online zu unterrichten.

Dies ist grundsätzlich ein positiver Schritt, da viele Lehrer so erstmals in Kontakt mit den vielen Möglichkeiten des digitalen Unterrichtens gekommen sind und die Chancen gut stehen, dass auch nach Corona digitales Lernen an immer mehr Schulen in den Unterrichtsalltag integriert werden könnte.

Eine große Gefahr besteht laut Roger Schank jedoch darin, dass die vielen Vorteile und Möglichkeiten des Online-Lernens nicht wirklich genutzt werden, sondern digitale Technologien einfach nur dazu verwendet werden, um den “klassischen Unterricht” im Klassenzimmer eins zu eins auf das Online-Unterrichten zu übertragen.

In seinem Artikel “Please don’t ruin online learning because teachers don’t know how to do it” beschreibt Roger Schank, wie das Online-Lernen derzeit typischerweise abläuft:

  • der Unterricht findet in Form einer Web- / Videokonferenz statt
  • der Lehrer vermittelt Unterrichtsinhalte und verteilt Aufgaben
  • die Schüler machen die Aufgaben
  • Interaktion findet in Form von “Beantworten von Fragen” und “Besprechen von Aufgaben” statt

Laut Schank ist diese Form des Online-Unterrichtens und -Lernens keine gute Idee:

“This is a terrible idea because the classroom was never really about learning in the first place, unless by “learning” we mean memorization followed by a test.”

Echtes Lernen findet laut Schank dann statt, wenn die Unterrichtsinhalte – statt theoretisches Wissen – echte Probleme und Fragestellungen des Alltags abbilden.

Und dazu eignet sich digitales Lernen hervorragend.

Dank des Internets können Schüler in fremde Länder “reisen” und Kontakt mit anderssprachigen Menschen aufnehmen. Sie können geschichliche Zusammenhänge erkunden, an virtuellen Touren teilnehmen, zu bestimmten Themen selbständig recherchieren, selbst digitale Medien erstellen (z.B. Videos, Podcasts, etc.) und vieles mehr.

Digitale Technologien können “Learning by Doing” fördern – so wie wir auch im Alltag am besten lernen.

Roger Schank`s Tipp dazu:

“When we go back to thinking about online education, please don’t try to replicate the classroom. Try to replicate real life.”

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