Warum auch kleine und mittelständische Unternehmen E-Learning nutzen sollten

Warum auch kleine und mittelständische Unternehmen E-Learning nutzen sollten

Lange Zeit waren Mitarbeiterschulungen mithilfe von E-Learning allein aus Kostengründen meist nur großen Unternehmen vorbehalten. Doch mittlerweile bietet der Markt auch kostengünstigere oder sogar kostenlose Softwarelösungen und Tools an, die E-Learning auch für kleinere Unternehmen erschwinglich macht.

Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das Potential, das in digitalen Lernangeboten steckt, jedoch noch nicht erkannt. “Das lohnt sich für uns nicht”. “Da haben wir keine Ressourcen für”.

Dabei kann E-Learning gerade für kleinere Unternehmen ein echter Wettbewerbsvorteil sein. Digitale Lernangebote helfen Ihnen:

  • im Kampf um den Fachkräftemangel
  • die Produktivität zu erhöhen
  • die Qualität der Arbeitsergebnisse zu steigern
  • Arbeitsausfälle aufgrund von Fortbildungen gering zu halten
  • neuen Mitarbeitern eine effektive Einarbeitung zu bieten

Flexible Arbeitszeiten verlangen flexible Lernzeiten

Flexible Arbeitszeiten gehören mittlerweile fast schon zum Standard, wenn es darum geht, Mitarbeiter von seinem Unternehmen zu überzeugen und langfristig zu binden.

Dies haben auch kleine und mittelständische Unternehmen längst erkannt.

Reine Präsenztrainings stehen dem Gedanken der Flexibilität jedoch oft im Weg. Denn Mitarbeiter müssen dabei während eines bestimmten Zeitraums anwesend sein. Dies kollidiert nicht selten mit den üblichen Arbeitszeiten von Teilzeitkräften oder Schichtsystemen.

Mit digitalen Lernangeboten können Ihre Mitarbeiter selbst entscheiden, wann sie lernen möchten. Außerdem stellen Sie so sicher, dass auch wirklich jeder Mitarbeiter geschult wird – dies ist besonders wichtig, wenn es sich um Pflichtschulungen handelt.

Ortsunabhängiges Arbeiten verlangt ortsunabhängiges Lernen

Viele Unternehmen bieten Ihren Mitarbeiter mittlerweile Home-Office Lösungen an. Manche gehen sogar so weit, dass ihr gesamtes Team ortsunabhängig arbeitet.

Aber auch wenn Ihr Unternehmen über verschiedene Standorte verfügt oder Ihre Mitarbeiter überwiegend im Außendienst tätig sind, bietet digitales Lernen die Möglichkeit, Ihr gesamtes Team in gleichbleibender Qualität zu schulen.

Mithilfe einer digitalen Lernplattform können Ihre Mitarbeiter von überall auf die Lerninhalte zugreifen – mit dem PC, Tablet oder Smartphone. Reisezeiten zu Präsenzfortbildungen entfallen, was auch der Kostenbilanz zugute kommt.

Lernen findet während der Arbeit statt

Vielleicht kennen Sie das auch. Sie schicken Ihre Mitarbeiter zu einem teuren Seminar, in der Hoffnung, dass sie das dort gewonnene Wissen gewinnbringend in Ihrem Unternehmen anwenden können oder nun effektiver arbeiten können.

Die Mitarbeiter kehren nach dem Seminar zurück und sind noch hochbegeistert von all den neuen Ideen. Doch schon ein paar Tage später sind die Inhalte des Seminars schon wieder in Vergessenheit geraten. Alles läuft wie bisher.

Warum ist das so? Weil solch ein Seminar losgelöst vom Arbeitsalltag stattfindet. Die Mitarbeiter wissen nicht, wie genau sie das neue Wissen in ihren spezifischen Arbeitsalltag integrieren können.

Eine digitale Lernplattform bietet Mitarbeitern die Möglichkeit, Wissen genau dann nachzuschlagen, wenn sie es brauchen und sofort anzuwenden.

Eine Mitarbeiterin hat ein Problem mit der Software? Ein kurzes Video-Tutorial erklärt Schritt für Schritt was zu tun ist. Ein Mitarbeiter möchte kurz vor dem Kundentermin nochmal sein Produktwissen auffrischen? Ein kurzes E-Learning Modul macht ihn fit für das Gespräch.

Dies sorgt nicht nur für mehr Produktivität bei der Arbeit, sondern gibt auch den Mitarbeitern mehr Sicherheit bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Denn kaum jemand gibt gerne zu, dass er etwas nicht weiß oder kann. Und auch Kollegen möchte man mit ständigen Fragen nicht belästigen. Digitale Ressourcen bieten Hilfe zur Selbsthilfe und damit Selbstvertrauen und Zufriedenheit.

Digitales Lernen unterstützt einen effektiven Einarbeitungsprozess

Bereits bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter entscheidet sich oftmals, ob diese im Unternehmen bleiben. Wer eine schlechte Einarbeitung erlebt, sucht sich doppelt so häufig einen neuen Job. Eine Kündigung durch den Mitarbeiter während der Einarbeitungsphase ist oft gerade für kleinere Unternehmen ein echtes Problem.

Als „schlechte Einarbeitung“ empfinden Mitarbeiter oft eine unstrukturierte bzw. gar nicht wirklich vorhandene Einarbeitung. Sie werden sprichwörtlich ins „kalte Wasser geworfen“ ohne die notwendigen Informationen zu erhalten. Dies erzeugt Stress bei den neuen Mitarbeitern und das Gefühl, als Person nicht wertgeschätzt zu werden.

Mit einem digitalen „Onboarding“- Prozess, der die Einarbeitung durch Kollegen unterstützt, erhalten neue Mitarbeiter ab dem ersten Tag einen strukturierten Einarbeitungsplan, sowie alle Informationen, die sie für einen erfolgreichen Start benötigen.

Dies könnte zum Beispiel so aussehen:

In einem kurzen Willkommens-Video stellen sich die Kollegen vor und geben Tipps für die ersten Tage. Über eine Lernplattform wird jeden Tag ein neues Lernmodul freigeschaltet, sodass der neue Mitarbeiter Schritt für Schritt in die Unternehmenskultur und Aufgaben eingeführt wird. Ein persönlicher Ansprechpartner steht für Fragen zur Verfügung und vereinbart in regelmäßigen Abständen Feedbackgespräche mit dem neuen Mitarbeiter.

Dies sorgt nicht nur bei den neuen Mitarbeitern für ein gutes Gefühl, sondern hilft auch dabei, die Einarbeitungszeit so effektiv wie möglich zu gestalten, sodass der neue Mitarbeiter schnell eigene Aufgaben übernehmen und sich ins Team integrieren kann.

Wie können kleine und mittelständische Unternehmen E-Learning Angebote implementieren?

Viele kleinere Unternehmen scheuen sich davor, digitale Lernangebote in ihrem Unternehmen einzuführen, da sie befürchten, nicht über ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen zu verfügen.

Doch es muss ja nicht gleich die „High-End“-Lernplattform sein, die über alle möglichen Funktionen verfügt, die Sie eh nicht benötigen. Und Sie brauchen zu Beginn auch keine aufwendig erstellten E-Learning Kurse mit eigens für Sie entwickelten Grafiken und Animationen.

Beginnen Sie mit einer digitalen Wissensdatenbank

Wenn Sie noch ganz am Anfang mit dem Thema E-Learning stehen, können Sie zum Beispiel auch zunächst mit einer einfachen digitalen Wissensdatenbank (Knowledge Base) beginnen. Eine Art Wikipedia für Ihr Unternehmen, wo Mitarbeiter Informationen, Anleitungen, Videos oder Dokumente online zu verschiedenen Themen finden können.

Eine solche Lösung lässt sich beispielsweise mit WordPress erstellen. Mit einem entsprechenden Plugin lässt sich Ihre Knowledge Base vor der Öffentlichkeit „abschließen“, sodass ausschließlich Ihre Mitarbeiter Zugriff darauf haben.

Die richtige Lernplattform auswählen

Wenn Sie Ihre Fortbildungen digitalisieren und E-Learning Kurse anbieten wollen, macht es Sinn, eine Lernplattform zu implementieren. Mithilfe einer Lernplattform (auch Lernmanagementsystem genannt) können Sie Inhalte, wie Texte, Videos, Präsentationen oder SCORM-Inhalte in Kurse gliedern, Kurse und Mitarbeiter verwalten, Quizfragen und Tests erstellen, den Lernfortschritt Ihrer Mitarbeiter nachverfolgen, Zertifikate erstellen, etc.

Es gibt mittlerweile unzählige Anbieter von Lernplattformen. Bei der Auswahl kommt es vor allem darauf an, was Sie mit Ihrer Lernplattform erreichen möchte und welche Funktionen für Ihr Vorhaben zwingend notwendig sind.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen spielen natürlich auch die Kosten eine Rolle. Eine individuell programmierte Lernplattform sprengt meist das Budget. Doch es gibt Alternativen.

Cloud-basierte Lernmanagementsysteme

Es gibt verschiedene Anbieter von cloud-basierten Lernmanagementsystemen, bei denen Sie monatlich einen Betrag pro Nutzer zahlen.

Vorteile cloud-basierter Lernplattformen:
  • können in der Regel sofort genutzt werden
  • Wartung und Aktualisierungen erfolgen durch den Anbieter
  • teilweise sind ein einfaches Tool zur Erstellung von Inhalten oder Vorlagen integriert
  • Support-Möglichkeiten
Nachteile:
  • Nutzeroberfläche / Design ist nur minimal individualisierbar bzw. an das Corporate Design anpassbar
  • Implementierung von individuellen Funktionen ist meist nicht möglich
  • Wechsel zu anderem Anbieter schwierig / aufwändig (Daten, Inhalte)
  • Keine Kontrolle über Daten (liegen beim Anbieter)

Lernplattform mit WordPress und LearnDash

Eine Lernplattform auf Basis von WordPress und LearnDash ist für kleine und mittelständige Unternehmen eine kostengünstige Alternative zu einer vollständig individuell programmierten Lernplattform.

Vorteile einer Lernplattform mit WordPress und LearnDash:
  • individuelles Design, Lernplattform ist vollständig an Corporate Design anpassbar
  • mithilfe von Plugins kann die Lernplattform individuell um zusätzliche Funktionen erweitert werden
  • kostengünstige Alternative zu individuell programmierten Lernmanagementsystemen und – je nachdem – auch cloud-basierten Anbietern
  • unzählige Inhaltsformate können integriert werden, z.B. Videos, Podcasts, Infografiken, SCORM-Inhalte, Präsentationen, etc.
  • mithilfe des Plugins „H5P“ können innerhalb der Plattform interaktive Inhalte erstellt werden
  • volle Kontrolle über Lernplattform und Nutzerdaten
Nachteile:
  • für die Einrichtung der Lernplattform ist technisches Wissen / Erfahrung mit WordPress bzw. Learndash oder die Hilfe durch einen externen Dienstleister erforderlich
  • keine „All-in-one“-Lösung, für die Integration von spezifischen Funktionen fallen ggfs. zusätzliche Kosten an
  • Wartung der Lernplattform und Aktualisierungen müssen selbst durchgeführt werden (ist aber nicht schwer :))

Digitale Lerninhalte erstellen

Sie müssen nicht gleich all Ihre Fortbildungen und Richtlinien in aufwendig erstellte, multimediale E-Learning Kurse verwandeln. Und Sie müssen auch nicht Unsummen in E-Learning Software investieren, um gute Lerninhalte zu erstellen. Starten Sie mit dem, was Ihnen bereits zur Verfügung steht und binden Sie Ihre Mitarbeiter in die Entwicklung von Lerninhalten ein.

Video-Tutorials

Kurze und knackige Video-Tutorials lassen sich ganz einfach mit dem Smartphone erstellen. Bitten Sie zum Beispiel Ihren Azubi, Kollegen bei der Ausführung bestimmter Arbeitsschritte oder -prozesse zu filmen. Es können auch kurze Interviews mit bereits erfahreneren Kollegen aufgenommen werden, in denen sie Best Practices verraten und Tipps für neue Mitarbeiter geben.

Mit einer einfachen Videobearbeitungssoftware können die Videos anschließend geschnitten und nachbearbeitet werden. Mit dem kostenlosen Tool „H5P“ können sogar interaktive Elemente, wie zusätzliche Erklärungen, Quizfragen oder Lesezeichen hinzugefügt werden.

Screencasts

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen vor allem mit einer bestimmten Software arbeiten, können Ihre Mitarbeiter mithilfe von Tools wie „Camtasia“ oder „Adobe Captivate“ ihren Bildschirm abfilmen während sie bestimmte Arbeitsschritte in der Software erledigen.

Alternativ können Sie auch Screenshots der einzelnen Schritte erstellen und in einem Dokument gemeinsam mit zusätzlichen Erklärungen zusammenfassen. Dieses können Sie dann allen Mitarbeitern über Ihre digitale Plattform zur Verfügung stellen.

Interaktive Präsentationen

Auch interaktive Präsentationen lassen sich relativ einfach erstellen und bieten Mitarbeitern die Möglichkeit, ihr Wissen aufzufrischen und bei Bedarf tiefergehende Informationen zu erhalten. Sie können individuelle Lernpfade oder Quizfragen hinzufügen oder sogar Mini-Szenarien entwickeln. Als Tool eignet sich zum Beispiel das kostenlose Plugin H5P.

Arbeitshilfen

Eine Checkliste, ein Flow-Chart, eine Infografik oder eine Produktübersicht sind einfache Mittel mit oft großer Wirkung. Sie helfen Ihren Mitarbeitern dabei, ihre Aufgaben strukturiert und effektiv auszuführen – vorausgesetzt sie stehen Ihren Mitarbeitern dann zur Verfügung, wenn sie sie brauchen.

Diesen Fehler sollten Sie jedoch nicht begehen

Eine digitale Plattform verleitet viele dazu, plötzlich alle möglichen Ressourcen und Dokumente ungefiltert online zur Verfügung zu stellen. Ganz nach dem Motto „Vielleicht kann das ja irgendwer brauchen“.

Dies führt jedoch dazu, dass die Plattform schnell unübersichtlich wird und die Inhalte nicht wirklich relevant für die Mitarbeiter sind.

Kein Mitarbeiter möchte ein 50-seitiges Dokument oder eine Präsentation mit 80 Folien und mehr durchforsten, um eine spezielle Information zu erhalten. Stellen Sie solche Inhalte daher erst gar nicht auf die Plattform.

Überlegen Sie sich jedes Mal bevor Sie etwas hochladen:

  • welche Informationen brauchen die Mitarbeiter wirklich, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen?
  • sind die Informationen konkret genug?
  • sind die Informationen klar und übersichtlich dargestellt?

Fazit

E-Learning ist nicht nur etwas für große Unternehmen. Auch kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von digitalen Lernangeboten.

Sie benötigen Hilfe?

Sie möchten gerne E-Learning in Ihrem Unternehmen implementieren, wissen aber nicht so recht, wo Sie beginnen sollen? Gerne entwickle ich gemeinsam mit Ihnen die passende Strategie.

Oder benötigen Sie Unterstützung bei der Entwicklung einer individuellen Lernplattform? Auch hier helfe ich Ihnen gerne weiter.

Schreiben Sie mir einfach eine Nachricht an: info@berg-elearning.de

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